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  DAS VERSCHWINDEN
IN DER KUNST
   

   
 
  CamouFlash
  Verschw. i. d. Kunst
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Camouflash – ist eine freie Kombination des Wortes Camouflage, welches Verborgenheit, Tarnung oder auch Verkleidung meint und dem Wort Flash, welches einen Funken, einen herausstechenden Moment oder eine kurze aufleuchtende Botschaft impliziert. Die Kombination dieser beiden Wörter bestimmt das Thema der Ausstellung, in welcher der Zustand des zeitgenössischen Menschen beschrieben wird, sich selbst zu tarnen und in damit konkurrierender Weise wünscht, bekannt zu werden, aufzuleuchten. Diese spezielle Schizophrenie ist nicht nebensächlich, wie beispielsweise durch die verschiedenen Realityshows gezeigt wird, die häufig auch Künstler inspirieren. Die zeitgenössische Kultur ist ihrer Natur nach eher bildlich, die Idee wird an den Rand gedrängt. Der Überfluss an Bildern bringt in unser Leben das Gefühl, verloren zu sein bzw. immunisiert uns gegen sie, indem er eine oberflächliche Wahrnehmungsweise erzwing bzw. vermehrt und auch Bilder erzeugt, welche sie konsequenter Weise demontieren (zum Beispiel, ein weiterer Mord). Offensichtlich trifft diese verminderte Wahrnehmungsfähigkeit ebenso auf Religion, Kunst und ihre Produkte zu. Demgegenüber taucht in der Gesellschaft ein Verlangen auf, in den Medien, in einer Werbeanzeige oder Realityshow durch ein kurzes Gesehenwerden zu erscheinen. Dieser Drang zur Selbstdarstellung ersetzt die wesentliche Frage: "Welche Idee will ich vermitteln?" oder "Was ist überhaupt meine Mitteilung?" Es treten Figuren in Erscheinung, die im sozialen und kulturellen Leben eher auf dem Level von Unterhaltung, als durch das Erfassen und Reflektieren der menschlichen Existenz brillieren.
Die gegenwärtige alltägliche Gesellschaft scheint komplex zu sein. Wenn man jedoch den Gedanken Baudrillards folgt, ist sie eher eine Masse, die "einem opaker Nebel gleicht, deren anwachsende Dichte die gesamte, sie umgebende Energie absorbiert, um letztendlich unter ihrem eigenen Gewicht zu kollabieren. Ein schwarzes Loch welches das Soziale verschlingt." Ehe ein schwarzes Loch entsteht, gibt es eine kurze spektakuläre Explosion, die Supernova, gefolgt von dem Kollaps des massiven Sterns. Bringt man das mit menschlichen Verhaltensweisen in Verbindung, ist dieser Flash vielleicht die einzige Gelegenheit, aus der Dunkelheit vor dem Verschwinden und der Absorption durch die Masse herauszutreten.
Bis zu welchem Grad ist dieses Aufleuchten dann ein wahrer Moment der Subjektivität und nicht eine Täuschung, ein Verlangen, für einen Moment jemand anders zu sein? Es scheint bereits ein großer Schritt, allein nur die Frage aufzuwerfen: "Wer bin ich und was tue ich?"

Mariusz Soltysik

Der vollständige Kuratorentext von Mariusz Soltysik ist hier zu finden.